| Sekundärrohstofferfassung | |
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Wertstoffe sammeln und wiederverwenden - Wie war das in der ehemaligen DDR? Das Kombinat Sekundärrohstofferfassung (SERO) sorgte für die Verwertung von Abfällen. Das ganze System war wiederum alles andere als Müll, es hätte sogar zu einer Alternative zum westdeutschen Müllsystem werden können. Zur Kindheitserinnerung der meisten, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, gehört das kollektive Altstoffsammeln. So mancher Nachmittag in der Freizeit wurde gerne dafür aufgebracht. Zugegeben ein Produkt ökologischen Denkens war das SERO-System der ehemaligen DDR nicht, es entstand eher aus der Not heraus. Die SED-Regierung erkannte schon früh, dass die Lösung des Problems der Rohstoffarmut zum Beispiel in der Metall- und Stahlindustrie der DDR in der Wiederverwertung von Müll lag. So konnten Devisen für den Kauf von Rohstoffen auf dem Weltmarkt gespart werden und Devisen waren bekanntlich knapp. Zuständig war das Kombinat SERO für die Aufnahme der Altstoffe wie auch für die Aufbereitung und die Verteilung der Rohstoffe. Beeinflusst wurde die Arbeit von SERO durch mehrere Faktoren. Bei der Aufnahme respektive (beziehungsweise) Erfassung war es die Zahlung eines Obolus, der die Sammel- und Abgabenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger förderte. Denn schließlich konnte jeder mit dem Müllsammeln sein Taschengeld aufbessern. Ein flächendeckendes Netz an Ankaufstellen / Sammelstellen gewährleistete eine gute und unkomplizierte Erreichbarkeit. Kurz vor der Wende summierte sich die Zahl der Sammelstellen für Altstoffe auf zuletzt circa 16.000 - 17.000 und 50.000 Container. (Quelle: Chr. Dowe, "SERO-abgewickelt und vergessen"?) Darüber hinaus gab es mobile Annahmestellen. Ergänzt wurde das Ganze um gesellschaftlich organisierte Sammlungen, an denen Massenorganisationen wie die Frei Deutsche Jugend (FDJ) deteiligt waren. Der Aufbereitung kam zu Gute, dass Verpackungen weitestgehend normiert waren, im Vergleich zur Bundesrepublik gab es nur wenige unterschiedliche Verpackungen. Das Sammeln und Wiederverwerten war daher unkompliziert. Darüber hinaus war die Qualität der gesammelten Altstoffe besser als in der BRD, da zum Beispiel Flaschen und Papiere in den Sammelstellen sofort sortiert wurden, was eine große Sortenreinheit garantierte. Letzten Endes bleibt noch die Verteilung der wieder gewonnenen Rohstoffe, die durch die Abnahmepflicht der Industrie gewährleistet war und Preisschwankungen auf dem Wertstoffmarkt keine große Rolle spielten. Negativ war es hierbei jedoch, wenn SERO zum Beispiel zu viel gesammelt hatte, mußte die Industrie die Rohstoffe nicht abnehmen. Über das SERO-System, welches hauptsächlich Hausmüll sammelte, hinaus gab es das Kombinat Metallaufbereitung (MAB), das sich ausschließlich dem Metallrecycling annahm. Außerdem gab es die "Specki-Tonne" sprich Bio-Tonne für Essensreste. Das SERO-System trug folglich nicht nur zur Deckung eines Anteils am Rohstoffbedarf bei sondern auch zur Entlastung der Mülldeponien. Kurz vor der Wende fielen in der DDR rund 3,6 Millionen Tonnen Hausmüll pro Jahr an, in der BRD waren es 32 Millionen Tonnen. Statistisch produzierte jeder Bürger so nur 175 Kilogramm Müll pro Jahr und Kopf - im "Westen" 500 Kilogramm. Konnten in der BRD zu dieser Zeit nur 6 Prozent des Hausmülls einer Wiederverwertung zugeführt werden, so waren es in der ehemaligen DDR 40 Prozent. (Quelle: Chr. Dowe, "SERO-abgewickelt und vergessen?") Und wer denkt, dass das nur mit Hilfe von Subventionen ging, der liegt falsch. Das System trug sich unter den Bedingungen der DDR-Wirtschaft - Zentralverwaltungswirtschaft - fast alleine. Nur die Wandlung von Behälterglas in Glasbruch wurde von der Regierung subventioniert. Die Verkaufsgewinne durch die Veräußerung der gewonnenen Rohstoffe reichten zur Aufrechterhaltung des Betriebes des Kombinat SERO aus. In der politischen Nachwendezeit hat man sich bewusst gegen das SERO-System entschieden. Statt dessen vertrauten die Politiker auf das damals neue Konzept des Dualen Systems. Wobei nüchtern betrachtet das Duale System ein Kompromissangebot an die Verpackungsproduzenten war, denn jene sollen zukünftig Umverpackungen zurücknehmen. |
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Diesen Artikel veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung des BUND Berlin e.V. aus dem Jugend-Umweltportal der BUNDjugend >> www.econautix.de Autor: Daniel Kaspar |
| Annahmepreise für Altstoffe | |
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VEB SERO - Unsere Annahmestellen erwarten Ihre Sekundärrohstoffe: Ankaufpreise in Mark (M): >> Flaschen - 0,05 bis 0,20 M >> Gläser – 0,05 bis 0,30 M >> Alttextilien - 0,50 M pro Kilo >> Mischknüllpapier – 0,20 M pro Kilo >> Broschüren, Zeitschriften – 0,30 M pro Kilo >> Thermoplaste – 1,00 M pro Kilo >> Kronenkorken – 0,12 M pro Kilo >> Aluminium – 1,80 M pro Kilo >> Blechschrott – 0,12 M pro Kilo >> Kupferschrott – 2,30 M pro Kilo >> Elektroschrott – 0,15 bis 0,40 M pro Kilo >> KFZ-Batterie – 1,30 M pro Kilo |
| Buch-Tipp | |
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Umweltschutz in der DDR - Analysen und Zeitzeugenberichte Die drei Bände sind 2007 im >> oekom verlag München erschienen (ISBN-13: 978-3-86581-059-5). Der 2. Band enthält einen Aufsatz von Susanne Hartard und Michael Huhn über "Das SERO-System" der DDR. Weitere Inhalte: Band 1: Politische und umweltrechtliche Rahmenbedingungen Band 2: Mediale und sektorale Aspekte Band 3: Beruflicher, ehrenamtlicher und freiwilliger Umweltschutz |

