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Monsanto - ein Feind des Planeten? Ein Saatgutkonzern bedroht die Freiheit der Lebensmittelproduktion Ein Artikel von Stefan Bartsch - Magazin "SEIN" Kennen Sie Monsanto? Noch nie gehört? Sollten sie aber, denn der Agargutkonzern Monsanto ist im Begriff die Kontrolle über Ihre Lebensmittel zu übernehmen. Nicht irgendwo in den USA oder Asien. Hier in Deutschland, vor ihrer Tür in Brandenburg. Das Streben nach Profit ist nichts Neues. Doch es gab Zeiten da waren manche Dinge so heilig oder wichtig für das Gemeinwohl, dass damit keine Geschäfte gemacht werden durften. Sie waren durch Traditionen und Gesetze geschützt. Im Mittelalter war die Gesellschaft ein kollektives Miteinander. Es war zwar hart, aber man hatte eine gemeinschaftliche Verantwortung. Der Mensch gehörte zur Erde und nicht umgekehrt. Damals bestellten die Menschen das Land gemeinsam, denn das Gemeindeland gehörte Gott. Kirche und Adel und später die Landjunker, verwalteten es als Gottes Statthalter. Unter den Tudors tauchte in England ein neues Phänomen auf: Immer mehr Land wurde auf Parlamentsbeschluss eingezäunt. So wurde das Land das vorher allen gehörte zum privaten Eigentum. 1846 hob das Parlament die „Korngesetze“ auf, die die Landwirtschaft bislang vor dem 1820 eingeführten Freihandel schütze. Eine Folge davon waren die Hungersnöte in Irland, zwischen 1846 und 1849 bei der etwa eine Million Menschen verhungerten. Die Korngesetze waren hundert Jahre zuvor eingeführt worden und sollten die Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherstellen. Zudem sollte sie die heimische Landwirtschaft vor ausländischer Konkurrenz schützen. Durch die Abschaffung der Korngesetze und darauf folgender Billigimporte, wurden die englischen Landwirte zur Aufgabe gezwungen, da sie nicht mehr vor dem Freihandel geschützt waren. Es gibt ein Unternehmen, welches sich die Wirtschaftsdoktrin des „Freihandels“ besonders zur Nutze macht und nicht davor zurückschreckt, alle, auch illegale Mittel einzusetzen um seinen Profit zu maximieren. Die Rede ist von dem multinationalen Konzern Monsanto, welcher sich vom Chemiekonzern zum heute größten Saatgutproduzenten der Welt entwickelt hat. Die Geschichte des Konzerns ist mit dunklen Kapiteln gepflastert, die Monsanto als Markenzeichen für Gier, Arroganz, Lobbyismus und knallharten Geschäftspraktiken erscheinen lassen. 1901 wurde das Unternehmen von John Francis Queeny in St. Louis, USA gegründet. Gestartet als Sacharinhersteller für Coca-Cola, gehörte Monsanto 1940 schon zu den zehn größten Chemiekonzernen in den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte das Unternehmen erst richtig auf z.B. mit Produkten wie dem krebserregenden Insektizid DDT, welches heute weltweit verboten ist und nur noch in absoluten Notfällen verwendet werden darf, mit PCB, welches als Weichmacher in Lacken und Kunststoffen verwendet wird und im Verdacht steht krebserregend zu sein sowie Unfruchbarkeit bei Männern auszulösen, und dem umstrittenen Süßstoff Aspartam, welcher laut des Ergebnisses einer Studie des Krebsforschungszentrums der Europäischen Stiftung für Onkologie und Umweltwissenschaften” in Bolognia nachweislich Leukämie und Lymphknotenerkrankungen (so genannte Lymphome) verursacht, also krebserregend ist. Traurige Berühmtheit erlangte Monsanto als Hersteller des Herbizids „Agent Orange“, welches im Vietnamkrieg als Entlaubungsmittel eingesetzt wurde und noch heute zu grauenhaften Missbildungen in der vietnamesischen Bevölkerung führt. Verständlicherweise hat der Vietnamesische Staat eine Klage gegen Monsanto eingeleitet. Mit der Konstruktion der ersten transgenen Tabakpflanze wird die Monsanto Hybritech Seed International Inc. gegründet, und läutet 1983 die Genrevolution ein. Beginnen wir mit RoundUp, einem Totalherbizid, was soviel heißt, dass dieses Spritzmittel einmal auf einem Acker ausgebracht, zunächst einfach alles pflanzliche Leben vernichtet. Als RoundUp auf dem Markt kam, wurde es als biologisch abbaubar beworben, bis 1996 und 2006 das Unternehmen wegen irreführender Werbung verklagt wurde. Heute ist Round Up das meistverkaufte Pflanzenschutzmitttel weltweit. Der Wissenschaftler Prof. Robert Bellé wies im März 2002 in einer Studie nach (veröffentlicht auf www.pubmed.gov), das RoundUp krebserregend ist und die Zellteilung massiv beeinflusst. Jedoch wurde Bellé gedrängt die Studie nicht zu veröffentlichen, weil die Frage der GVOs (Gentechnisch veränderte Organismen) dahinterstand, was soviel heißt, dass die Giftigkeit von RoundUp verheimlicht wird um die Entwicklung der GVOs zu schützen. Das eigene Saatgut vor dem Pflanzenvertilger RoundUp zu schützen, gelingt durch eine gentechnische Veränderung des Saatgutes, ein implantiertes Gen, durch die die Pflanze gegen den Grundwirkstoff Glyphosat resistent wird. Doch mittlerweile werden immer mehr Wildkräuter resistent gegen RoundUp, so dass die Landwirte die Spritzmitteldosierung von Jahr zu Jahr erhöhen müssen.. So hat sich in Kanada ,ittlerweile ein Superunkraut entwickelt, das vier verschiedene Resistenzgene enthält und sich überall ausbreitet. Auf allen Äckern, Vorgärten, Golfplätzen in Stadien und Friedhöfen. Nur durch ein neues, noch stärkeres Pflanzengift, das zu 70 Prozent dem in Vietnam eingesetzten Entlaubungsmittel Agent Orange entspricht, lässt sich dieses Unkraut in Schach halten. Ein weiterer Schritt um die Abhängigkeit der Landwirte von Monsanto weiter zu verschärfen ist die Einführung der V-Gurt (Variety Genetic Use Restriction Technology), welche zusammen mit dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (!!) entwickelt wurde. Dafür werden Samen gentechnisch so verändert, das die Keimfähigkeit erst durch die Zugabe von bestimmten Chemikalien, die es natürlich nur von Monsanto gibt, de-und aktiviert wird, quasi ein- und ausgeschaltet werden kann. Eine Weiterentwicklung von Monsanto ist die „Terminator-Technologie“ (T-Gurt), die bewirkt, dass Pflanzen, in denen das „Terminator-Gen“ eingebaut ist, steril werden und ihre Samen keimunfähig. Aufgrund internationaler Proteste wurde diese Technologie (vorerst) eingestellt. Nicht auszudenken wenn sich diese Gene in anderen Pflanzen z.B Süßgräsern vermehren. Mit etwa 10.000 Arten in mehr als 650 Gattungen sind sie eine der größten Familien innerhalb der Blütenpflanzen. Alle Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis zählen zu dieser Pflanzengruppe. Wenn nun z.B. gentechnisch veränderter Weizen mit dieser Technologie ausgestattet wird, lässt sich nicht verhindern, dass es sich auf andere Süßgräser überträgt. Man sollte bedenken, dass alle Süßgräser sich über Wind und Luftströmungen vermehren. Es kann während der Blütezeit zu regelrechten Staubwolken kommen, die garantieren, dass zumindest ein kleiner Teil des weniger als einen Tag lebensfähigen Pollens seinen Bestimmungsort, die weiblichen Narben, erreicht. Beispielsweise bildet der Roggen pro Ähre etwa vier Millionen Pollenkörner. Da Süßgräser als Marktfrüchten oder als Viehfutter in der Veredelung heute die Basis für die Ernährung der Weltbevölkerung sind, lässt sich das gesamte Ausmaß nur erahnen. Wir hätten eine grüne Wüste. Eine Landschaft die nur noch einmal blüht und danach nie wieder. Man muss sich das Problem ernsthaft vergegenwärtigen: Ein gentechnisch veränderter Organismus der einmal ausgesetzt wurde, kann nie wieder zurückgeholt werden. Es lässt sich nicht vermeiden, das diese Pflanzen sich immer mehr ausbreiten und Felder kontaminieren wie ein Virus. Warum erfindet man überhaupt so eine Technologie? Es geht zunächst um den Profit. Bauern werden zwangsläufig dazu gezwungen, jedes Jahr das Saatgut neu einzukaufen und damit Patentgebühren zu zahlen. Bauern die von Monsanto Saatgut beziehen, unterschreiben gleichzeitig einen Technologievertrag, der sie dazu verpflichtet, keinen Nachbau zu betreiben, denn das würde eine Patentrechtsverletzung nach sich ziehen. Nachdem man Patente auf Leben erlaubt hat, ist ein Wettstreit unter den Agrarfirmen ausgebrochen, auch konventionelle Samen patentieren zu lassen. Man schätzt das Monsanto allein über 11.000 Patente auf normales Saatgut verfügt. Was sind die Folgen? Wer Patente auf Saatgut besitzt, kann den Saatgutmarkt kontrollieren und somit entscheiden was schlussendlich auf den Teller kommt und was nicht. Bei einer Biotech Industrie Konferenz 1999 wurde durch einen Repräsentanten der Arthur Anderson Consulting Group, einer Beraterfirma für große Konzerne, die wirtschaftlichen Ziele Monsantos vorgestellt. Zunächst war Monsanto befragt worden, wie sich das Unternehmen die ideale Zukunft in fünfzehn oder zwanzig Jahren vorstelle. Die leitenden Mitarbeiter von Monsanto entwarfen eine Welt, in der das gesamte kommerzielle Saatgut gentechnisch verändert und patentiert sein würde. Man kann von Glück reden, das die EU die Einfuhr von bestimmten GVOs (noch) verhindert, was dazu führte, das Monsanto Klage gegen die EU erhob. Frankreich und Österreich bieten den Saatgutkonzernen weiterhin die Stirn und haben bestimmte gentechnisch veränderte Maissorten verboten, während deren Anbau in Deutschland durch den Landwirschaftsminister Horst Seehofer, unter großem Protest wieder erlaubt wurde. Besonders die einstigen LPGs, heute Agrargenossenschaften in den neuen Bundesländern, vorwiegend in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, sind das bevorzugte Ziel von multinationalen Konzernen zur Verbreitung von GVOs, da sich die Gegenwehr der Bevölkerung im Gegensatz zu Westdeutschland in Grenzen hält. Von der in Deutschland mit Genmais bebauten Gesamtfläche von 4399 Hektar befinden sich allein derzeit 1993 Hektar in Brandenburg. Diese Fläche soll auf 3200 Hektar ansteigen. Und Berlin schläft. Die von der Bundesregierung festgelegten Mindestabstände der Anbauflächen bei Genmais von 150m zu konventionell und 300m zu ökologischen bewirtschafteten Feldern sowie 800m zu Naturschutzgebieten ist nur Augenwischerei. Aus Kanada ist bekannt, das sich Pollen durch Unwetter z.B. Tornados über 300km ausbreiten können. Das Bienen und Schmetterlinge Pollen übertragen und zwischen Öko – und Genpflanzen wohl kaum Unterschiede machen, dürfte wohl allen klar sein. Auf der einen Seite sorgt man sich um Vielfältigkeit der Arten, aber auf der anderen lässt man zu, dass durch die GVOs die alten heimischen Sorten verdrängt werden und Landwirte immer mehr gezwungen werden auf die Produkte der Agrarkonzerne zurückzugreifen. Ein Effekt der bewußt einkalkuliert ist? Nachbaugebühren In Deutschland werden durch Umsetzung einer EU-Richtlinie neuerdings sogenannte Nachbaugebühren eingezogen. Die Nachbaugebühr stellt eine Lizenzgebühr an die Saatgut-Treuhand Verwaltungs GmbH ( www.bigbrotherawards.de/2005/.com ) dar, die jedes Jahr aufs Neue erhoben wird. Damit wird das natürliche Recht der Landwirte beschnitten ihre eigene Ernte wieder auszusäen. Eine moderne Art des Feudalismus, der sogar soweit geht, dass Bauern von der Saatgut-Treuhand bespitzelt und bei Verweigerung von Auskünften, verklagt werden. Besonders skuril ist, dass ein Teil der Nachbaugebühren für die Genforschung verwendet wird. Ob die Lobbyisten der Saatgutkonzerne an der Ausarbeitung dieser EU-Richtlinie aktiv beteiligt waren, darf angenommen werden. Deutschland ist ausgewählt worden die Durchsetzbarkeit von Nachbaugebühren in Europa zu testen, denn andere Länder schauen gespannt auf die Entwicklung hierzulande. Viele Bauern wehren sich und verweigern die Bezahlung der Nachbaugebühren. In der Tat, um die Welt zu beherrschen ist es weit effektiver ein Monopol über das Saatgut und damit über die Lebensmittel zu besitzen, anstatt die Welt mit Waffen zu bedrohen. Der damit einhergehende Raubbau an der Natur, die schleichende Vergiftung, die Verwüstung ganzer Regionen, tragen noch einen weiteren Teil zur Unterwerfung der Menschheit bei. Im Namen des „freien Handels“ wird alles gerechtfertigt. Im Grunde genommen ist der Begriff „freier Handel“ nichts weiter als eine Illusion, der von profitgierigen, multinationalen Konzernen missbraucht wird. Die Menschen haben wohl eine Schwäche für das Wort „frei“ oder „Freiheit“. Aber es mag Freiheiten geben die im Namen der Freiheit zu Grunde gehen. Man kann nur hoffen das der momentane Trend zu Bioprodukten kein Trend bleibt und der Verbraucher sowie die Anleger erkennen, welchen Einfluss sie ausüben können. Autor: Stefan Bartsch - Praktikant im Magazin "SEIN" Erschienen in Nr. 154 der Ausgabe 6/2008 Foto: "sidney gennies" www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by) Stefan Bartsch Jahrgang ‘87, Abitur 2006, Zivildienst 2007. Mitglied in der Jungen Presse Berlin. Ist vielseitig interessiert mit Schwerpunktthemen wie Geschichte und Gesellschaft. |
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Percy Schmeiser erhält Schadenersatz von Monsanto Monsanto räumt Verantwortung für gentechnische Kontamination ein In einer außergerichtlichen Einigung zwischen Percy Schmeiser und Monsanto hat Monsanto die Verantwortung für die gentechnische Kontamination der Rapsfelder von Percy Schmeiser eingeräumt. In einem früheren Rechtsstreit hatte der Oberste Gerichtshof Kanadas die Rechtmäßigkeit des Patentschutzes auf Transgene Monsantos anerkannt, gleichzeitig die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Patentierbarkeit von Lebensformen an das Kanadische Parlament zur Neubewertung überwiesen. Nach damals geltender Rechtslage ist der Inhaber des Patents auf ein bestimmtes Gen auch der Besitzer der jeweiligen Ernte. Die Befassung des Parlaments mit dieser Angelegenheit steht noch aus. Da Schmeiser damals nachweisen konnte, dass er weder gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto noch das zu diesem Saatgut gehörige Totalherbizid Roundup Ready verwendete, und er keinerlei Vorteile aus der Verunreinigung seiner Ernte ziehen konnte, wurde er von Schadenersatzforderungen Monsantos freigesprochen. Im Jahre 2005 fand Schmeiser erneut Monsanto-Rapspflanzen auf seinen Feldern. Er benachrichtigte Monsanto und verlangte, dass der Konzern die Pflanzen entferne. Monsanto bestätigte Schmeiser gegenüber schriftlich, dass es sich um Roundup Ready Raps handle und dieser Eigentum von Monsanto sei. Auf das bestehende Urteil bezugnehmend, dass der Besitzer einer Pflanze auch für die Schäden, die durch Kontamination verursacht wurden haftbar gemacht werden müsse, ließ Schmeiser die Pflanzen professionell entfernen und schickte dem Konzern die Rechnung. Da in einem ersten außergerichtlichen Einigungsversuch Monsanto nicht bereit war, die Rechnung über 660 $ zu zahlen verklagte Schmeiser die Firma vor Gericht. Monsanto hätte nur unter der Auflage den Schaden bezahlt, dass Schmeiser eine Schweigevereinbarung über die Sache unterzeichnet hätte, die ihm oder seiner Frau für den Rest ihres Lebens das Recht entzogen hätte, jemals über den Fall öffentlich zu sprechen oder Monsanto wegen Kontamination ihrer Ernte in Zukunft vor Gericht zu belangen. Schmeiser lehnte ab. Die von Monsanto erhobenen Bedingungen seien sittenwidrig. Auf Nachfragen des Richters, weshalb denn ein Konzern wie Monsanto eine Rechnung von 660 $ nicht einfach bezahle, antwortete der Monsanto-Anwalt Richard W. Danyliuk, bei dieser Sache gehe es um weit mehr als 660 $. Eine Stunde vor der auf 19. März 2008 terminierte Gerichtsverhandlung hat nun Monsanto sämtliche Forderungen Percy Schmeisers akzeptiert und ihre Verantwortung für die Kontamination auf Schmeisers Feldern eingeräumt. Monsanto bezahlt nicht nur den Schaden sondern akzeptiert auch, dass Schmeiser über die genauen Hintergründe öffentlich berichtet und Stellung bezieht. Das Eingeständnis Monsantos, als Eigentümerin des Patentes auf Transgene auch für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein, öffnet den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadenersatzforderungen an Monsanto. Weitere Informationen unter: www.percyschmeisser.com Foto: "Patrick Wolfrom" /www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by) Interview mit Percy Schmeisser aus der "SEIN" Nr. 154 derAusgabe 6/2008 |
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Wem gehört Monsanto? - Wer trägt die Verantwortung? von Eduard Aman Hinter jeder Aktiengesellschaft stehen AnteilseignerInnen, die im Falle eines Schadens mit einem Wertverlust ihrer Aktien rechnen müssen. Nur wer weiß schon genau, wo sein Geld angelegt ist, wenn er es einer Anlagegesellschaft anvertraut, die in Fonds investiert ? Was würden Sie sagen, wenn Sie erfahren, dass z.B. ihre private Altersvorsorge in Monsanto Aktien angelegt ist? Am 19. März 2008 hat Monsanto im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs sämtliche Forderungen Percy Schmeisers, eines Landwirtes aus Kanada akzeptiert und die Verantwortung für die Kontamination auf Schmeisers Feldern eingeräumt. Monsanto bezahlt nicht nur den Schaden sondern akzeptiert auch, dass Schmeiser über die genauen Hintergründe öffentlich berichtet und Stellung bezieht. Das Eingeständnis Monsantos, als Eigentümerin des Patentes auf Transgene auch für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein öffnet den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadenersatzforderungen an Monsanto. Wer investiert in Monsanto? Größter Einzelaktionär Monsantos ist die Fidelity Management & Research Company, Boston, USA mit einem Anteil von 9,08 Prozent. Sie ist in Deutschland über die Fidelity Investment Services GmbH auch in der privaten Altersvorsorge aktiv. Falls Sie über einen Fidelity Fonds in Ihre Altersversorgung investiert haben und nicht damit einverstanden sind, dass Ihre Anlagegelder in Monsanto investiert werden, dann lassen Sie Fidelity dies wissen. Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH investiert ebenfalls über zahlreiche Anlagefonds in Monsanto. Wir lesen z.B. im Jahresbericht des Allianz-dit Interglobal Fonds: “Monsanto profitiert von robusten Fundamentaldaten und einem günstigen Gewinnausblick und erweist sich als hervorragende Investition für das Portfolio”. Der Anteil an Monsanto beträgt 11.482.356 Euro oder 1,91 % am gesamten Allianz-dit Interglobal Fonds. Ein Allianz Fonds von vielen. Die Landesbank Berlin Investment GmbH Berlin ist z.B. mit ihren Stratego Fonds “Wachstum” und “Konservativ” in Monsanto investiert. Sie ist eine 100%ige Tochter der Unternehmensgruppe Landesbank Berlin AG, die wiederum eine 100%ige Tochter der Landesbank Berlin Holding AG ist. Diese gehört wiederum der Sparkassen-Finanzgruppe die mit 650 Unternehmen und einem zusammengefassten Geschäftsvolumen von rund 3.300 Milliarden Euro die größte Kreditinstitutsgruppe in Deutschland und Europa ist. Zu ihr gehören 457 rechtlich eigenständige Sparkassen, 11 Landesbanken, 10 Landesbausparkassen, 12 öffentliche regionale Erstversicherungsgruppen und die DekaBank mit einem Fondsanlagevermögen von 192,2 Mrd. Euro. “Die Sparkassen-Finanzgruppe verbindet Kompetenz in Finanzdienstleistungen mit Verantwortung für die Gemeinschaft” und “starke Sparkassen unterstützen einen nachhaltigen Aufbruch”, so steht es jedenfalls auf deren Internetseite. Falls Sie über die Sparkassengruppe investiert haben und Sie nicht damit einverstanden sind, dass Ihre private Altersvorsorge in Monsanto investiert wird, dann lassen Sie es die Sparkasse wissen. Es gibt weitere fünf große Gentechnik-Saatguthersteller: Dow, Bayer, Syngenta, DuPont und BASF. Bei der BASF heißt es z.B.: “Unsere pflanzenbiotechnologische Forschung erhält neue wertvolle Impulse durch die Zusammenarbeit mit Monsanto. Im Wachstumscluster Pflanzenbiotechnologie entwickeln wir Pflanzen für eine leistungsfähigere Landwirtschaft, eine gesündere Ernährung sowie für die verbesserte Nutzung als nachwachsende Rohstoffe." Guten Appetit! Fidelity Investment Services GmbH Kastanienhöhe 1 61476 Kronberg Taunus email: info@fidelity.de http://www.fidelity.de Geschäftsführer: Dr. Christian Wrede Dr. Andreas Prechtel Allianz Global Investors Kapitalanlage-gesellschaft mbH Mainzer Landstraße 11-13 60329 Frankfurt / Main Telefon 069 26 31 40 Telefax 069 26 31 41 86 E-Mail: info@allianzgi.de Aufsichtsratsvorsitzender: Dr. Joachim Faber Geschäftsführung: Horst Eich (CEO) Dr. Thomas Wiesemann (CEO) Die Landesbank Berlin Investment GmbH Berlin Kurfürstendamm 201, 10719 Berlin Postfach 11 08 09, 10838 Berlin Telefon 030 245 64500 Telefax 030 245 64545 E-Mail: direct@lbb-invest.de Geschäftsführung: Joachim F. Mädler Dyrk Vieten Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Bank, bzw. Ihr Fonds in Monsanto investiert ist, dann erhalten Sie Auskunft über den elektronischen Bundesanzeiger: www.ebundesanzeiger.de Geben Sie den Namen Monsanto in die Suchmaske ein und Sie erhalten alle Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse, die den Namen Monsanto enthalten. Veröffentlichung durch: One World Verlag Ltd. Eduard Aman, Geschäftsführer Akazienstraße 28 10823 Berlin Telefon: 030 - 78 70 70 78 Telefax: 030 - 78 83 520 E-Mail: aman[at]sein.de Internet: www.sein.de |
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Diese Artikel veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung aus dem Magazin SEIN. Autor & Geschäftsführer: Eduard Aman Redaktion Umwelt der "SEIN" Nr. 154 der Ausgabe 6/2008 Foto: "Alexander Fiedler" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by nd) SEIN ist ein weltanschaulich, finanziell und organisatorisch unabhängiges Print- und Online medium, welches sich als Werkzeug für ganzheitliches Leben und spirituelle Weiterentwicklung versteht. SEIN erscheint monatlich für den Großraum Berlin in einer Auflage von mindestens 18.000 Exemplaren im: ONE WORLD VERLAG Ltd. 10823 Berlin Akazienstraße 28 Geschäftsführung: Eduard Aman Telefon: 030 - 78 70 70 78 Telefax: 030 - 78 83 520 |
