| Umstieg auf Ökostrom sofort! | |
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Krisenfall - Katastrophenfall - Vattenfall Artikel von Prof. Dr. Rolf Kreibich - IZT Berlin Die Steigerungsform von Katastrophenfall hat einen Namen: Vattenfall! Endlich haben auch die Berliner erkannt, in welche Situation uns die Große Koalition unter Diepgen, Landowsky und Fugmann-Heesing in den 90er Jahren manövriert hat: Es begann mit den unsinnigen Verkäufen der Berliner Energiebetriebe BEWAG und GASAG und mündete in gigantischen Strom- und Gaspreiserhöhungen. |
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Bei Vattenfall kommen hinzu: katastrophale Sicherheitsmängel, vor allem in den Kernkraftwerken, eklatante Rückgänge der Investitionen in die Stromnetze und Sicherheitsanlagen und eine durch und durch verlogene Informationsstrategie gegenüber der Öffentlichkeit. Deshalb kann es nur einen vernünftigen Schritt für jeden Haushalt geben: Sofort Vattenfall verlassen und zu einem anderen Stromanbieter – unbedingt einen Ökostromanbieter wie "Lichtblick", "Greenpeace Energy" etc. – wechseln. |
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Das ist ganz einfach: Das Ausfüllen und Abschicken des "Auftrags zur Versorgung mit sauberem Strom" genügt, denn alles andere regelt der Öko-Stromversorger. Der Umstieg kostet keinen einzigen Euro und in wenigen Tagen fließt der Ökostrom in der Wohnung aus allen Steckdosen. Dieser Strom ist heute nicht mehr teurer und wird tendenziell gegenüber konventionellem Strom immer günstiger. Es ist dringend geboten, auch alle Freunde und Bekannten zu überzeugen, daß nur ein Umstieg auf >> Öko-Stromanbieter dem Treiben der Monopolisten Einhalt gebietet und ein ganz wichtiger Beitrag für Sicherheit und Klimaschutz ist. |
| [ Fotos: Bernd Boscolo, wrw, Stephanie Hofschläger / Pixelio ] |
| Berlin und sein Krimi |
| Der nachfolgende Artikel: Berlin und sein Krimi 'Bewag-Vattenfall' ist zur Erläuterung für all jene, die sich etwas eingehender über die Entwicklung informieren wollen und wie es in Berlin zu den für uns Bürger und die Wirtschaft schlimmen Strompreiserhöhungen gekommen ist. Es wäre schön, wenn die Informationen dazu beitragen würden, einen Anstoß zum Umstieg auf Ökostromanbieter zu geben. Von Prof. Dr. Rolf Kreibich - IZT Berlin |
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Berlin und sein Krimi "Bewag - Vattenfall" Kurz vor der Jahrtausendwende verhökerte der Senat von Berlin unter dem Regierenden Bürgermeister Diepgen (CDU) und der Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Annette Fugmann-Heesing (SPD) das Beste unseres Berliner Tafelsilbers, die Bewag (Strom), die Gasag (Gas) und die Wasserbetriebe (Wasser). Sie verkauften die wichtigsten Versorgungsbetriebe und "Milchkühe" der Stadt für einen Schleuderpreis. Heute würde man sicher den zehnfachen Preis erzielen. Aber die Ratschläge und Proteste der meisten Energie-, Wasser- und Finanzfachleute, daß man keinesfalls die einträglichsten Finanzquellen und Versorgungsgrundlagen einer Kommune aus der Hand gibt – auch und gerade nicht, wenn man in Finanznot ist – nutzten nichts. Die erzielten 3,6 Mrd. DM (!) Verkaufserlös für Bewag und Gasag zusammen verschwanden ebenso im Schuldenloch der Großen Koalition wie der geringe Erlös für die Berliner Wasserbetriebe. Seit 1884 hatten die Berliner ihr Stromversorgungsunternehmen Bewag aufgebaut, mit großen Anstrengungen noch einmal nach dem 2. Weltkrieg, und immer in städtischer Regie geführt. Nach 100 Jahren ist es nun einfach weg. Der Schuldenberg Berlins stieg trotzdem weiter auf über 65 Milliarden Euro an. Über Umwegverkäufe kam die Bewag in den Jahren 2001 bis 2002 in den Besitz des schwedischen Konzerns Vattenfall. Dieser gründete im gleichen Jahr zusammen mit dem ebenfalls von Vattenfall aufgekauften deutschen Energieversorger HEW (Hamburger Elektrizitätswerke, Norddeutschland) sowie dem ostdeutschen Braunkohleverstromer Veag und dem Braunkohle-Tagebaubetreiber Laubag (beide Ostdeutschland) den drittgrößten Energiekonzern in Deutschland (nach Eon und RWE): Vattenfall Europe. Negative Folgen für alle Berlinerinnen und Berliner Begann schon während der Übergangszeit der Berliner Energie-Krimi, so beschleunigten sich mit der Übernahme durch Vattenfall die negativen Folgen. Hier einige Ausschnitte: In den Jahren 1999 bis 2007 erhöhten sich die Strompreise um 56 % - niemals wurden dafür beweisfähige Unterlagen erbracht. Im Herbst 2005 wurde die Bewag in Vattenfall umbenannt und für viele Millionen Euro wurde die ganze Stadt mit Plakaten, Anzeigen und Transparenten vollgekleistert. Vattenfall gibt nach wie vor sehr viel Geld für die Propagandaoffensive aus – unser Stromgeld – um gut Wetter zu machen, weil die Stimmung in der Stadt wegen der zahlreichen Strompreiserhöhungen unter dem Nullpunkt ist. Vattenfall versprach in Großanzeigen, daß es im Jahr 2006 keine Strompreiserhöhungen geben würde. Die Lüge platzte schon im Januar 2006! Vattenfall nahm eine Strompreiserhöhung von 6,9 % vor. Wie der Presse zu entnehmen war, stand die Erhöhungsabsicht sogar schon längere Zeit vorher fest. Das entsprechende Strategiepapier lag allerdings noch im Safe, aber der Landeskartellbehörde beim Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) war es bekannt. Dieser hätte durchaus wie sein Amtskollege aus Hessen, Wirtschaftsminister Dr. Alois Riehl (CDU), die Möglichkeit gehabt, dagegen einzuschreiten. Er tat es trotz massiver Forderungen aus dem Energiebeirat nicht. Am 1. Juni 2007 erhöhte Vattenfall abermals die Strompreise durchschnittlich um 6,3%. Die unseligen und verlogenen Schreiben an die Berliner Haushalte wurden von den Bürgern zu Recht mit großer Empörung zurückgewiesen. Die Presse hat diesmal ausführlich über dieses Bubenstück mit der ausschließlichen Andienung teurer Strom-Produkte und zusätzlicher Hausratsversicherungen berichtet. Eine wirtschaftlich stichhaltige Begründung für die Strompreiserhöhung erfolgte natürlich wieder nicht. Vattenfall rechnete offenbar wieder mit der Unkenntnis der Stromkunden, um nach der Aufhebung der Kartellaufsicht schnell den Reibach zu machen. Jetzt protestierte sogar der Wirtschaftssenator, denn nicht nur die Haushalte, sondern auch die Unternehmen der Stadt wurden durch die erneute unverschämte Strompreiserhöhung stark belastet. Allerdings hat sein Protest einen faden Beigeschmack, denn nach dem Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung der Energieaufsicht hatte er nun keine Entscheidungskompetenz mehr. Nach Einsicht der Bilanzen von Vattenfall Europe stellten wir im Energiebeirat von Berlin fest, daß der Konzern seit der Übernahme der Bewag nur noch jährlich im Durchschnitt etwa 35% der Investitionskosten für die Erneuerung und Ausweitung der Energieanlagen in Berlin aufgebracht hat wie vordem die Bewag. So ist es kein Wunder, daß dieses famose Unternehmen nicht nur tausende Arbeitsplätze abgebaut, sondern auch noch durch ständig steigende Energiepreise und Rückgänge der Investitionskosten der Berliner Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt hat. Betrachtet man die Bilanz des Jahres 2006 des gesamten Vattenfall-Konzerns (Vattenfall World), dann wurden enorme Gewinne von 2,6 Milliarden Euro ausgewiesen. Ins Staunen kommt man allerdings, daß der Konzern in Schweden rote Zahlen geschrieben hat, während die Gewinne zum allergrößten Teil in Deutschland gemacht wurden. Somit bezahlen wir mit unseren hohen Vattenfall-Strompreisen nicht nur die horrenden Gewinne von Vattenfall, sondern auch noch die niedrigen Strompreise in Schweden und damit die Wiederbesetzung des Vattenfall-Vorstands und des Aufsichtsrats, denn diese Herren sind als Manager des schwedischen Staatskonzerns in erster Linie von der Gunst im eigenen Land und den dortigen Politikern abhängig. Kriminelle Machenschaften Der Krimi Vattenfall hat eine weitere Dimension durch die unglaublichen Vorfälle in den norddeutschen Kernkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel angenommen. Diesmal kann niemand mehr behaupten, er könne nicht wissen, welche Verlogenheit und welche Sicherheitsrisiken bei den großen Energiekonzernen herrschen. Obwohl Kennern der Szene die kriminellen Machenschaften über die Leipziger Strombörse, die Absprachen zwischen den vier großen Konzernen (sie beherrschen über 90% des Energiemarktes), die engen Verflechtungen mit der Politik (fast alle Bundeswirtschaftsminister und Staatssekretäre des Bundeswirtschaftsministeriums der letzten 10 Jahre sind heute in der Energiewirtschaft tätig und kassieren viel, sehr viel Geld) und die enormen Sicherheitsmängel in den Kernkraftwerken und radioaktiven Lagerstätten (neuester Skandal im Endlager Asse, der extreme Gefahren und wahrscheinlich 3,6 Milliarden Euro Kosten verursachen wird) den Stromnetzen und Anlagen bekannt sind, wurde dies auch von den staatlichen Kontrollbehörden ständig heruntergespielt. Energiekonzerne in den Beratungsgremien der Bundesregierung Schlimmer noch, die Hauptverantwortlichen der Energiekonzerne sitzen in den wichtigsten Beratungsgremien der Bundesregierung und vieler Länderregierungen. Sogar die Vattenfall-Verantwortlichen beraten die hohe Politik: • Der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Klaus Rauscher, war viele Jahre Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und hatte lange Zeit die Aufsicht über die Bayerische Energiewirtschaft. Als Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe war er bis zu seinem Rücktritt einer der wichtigsten Energieberater von Bundeskanzler Schröder und der Regierung Merkel. • Der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall (World) Lars Göran Josefsson ist einer der zwei Klimaberater der Bundeskanzlerin Angela Merkel. • Der Chef der Kernenergiesparte von Vattenfall, Bruno Thomauske, der ebenfalls wegen der Lügen und Skandale um die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel seinen Hut nehmen mußte, war vor seiner Tätigkeit in der Energiewirtschaft einer der obersten Strahlenkontrolleure der Bundesrepublik Deutschland, im Bereich "Sicherheit nuklearer Entsorgung". Störfall Kernkraft Die Kernkraftwerke von Vattenfall in Deutschland und der nur knapp am GAU (Größter Anzunehmender Unfall) vorbeigeschrammte Reaktor in Forsmark (Schweden) sind mit ihren hunderten von Störfällen und Sicherheitsmängeln, verbunden mit einer unverantwortlichen Informationsstrategie der Lügen und Vertuschungen, nicht nur zu einem gravierenden Gefahrenproblem für Deutschland, sondern für die ganze Welt geworden. Deshalb noch einmal: Nur ein Umstieg auf einen Ökostromanbieter bringt uns aus der unseligen Verquickung von Monopolmacht, Politik, Kernenergie und Bedrohung durch Klimaveränderungen infolge der Atomenergienutzung und der weiteren Verfeuerung gigantischer Ressourcen an fossilen Energieträgern in Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Es ist zu begrüßen, daß auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Bürger mehrfach aufgefordert hat, den Umstieg auf Öko-Stromanbieter möglichst sofort zu vollziehen. |
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Dieser Artikel von Prof. Dr. Kreibich, Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des ITZ Berlin, Mitglied des World Future Council (WFC) und des Nachhaltigkeitsrats des Landes Brandenburg, ist im Infomagazin Berlin 21 4/2008 erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des IZT Berlin (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung). |
| Weitere Informationen unter: www.izt.de |
Informationen zum Anbieterwechsel
| Ökostrom | |
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Detaillierte und kritische Informationen zum Anbieterwechsel liefert die Internetseite der Initiative "Atomausstieg selber machen" - ein breites Bündnis von Umweltverbänden, Verbraucherschutz-Organisationen und Anti-Atom-Initiativen. Über das gebührenfreie Info-Telefon können Sie werktags von 9.00 - 17.00 Uhr weitere Informationen einholen. >> Ökostrom-Hotline: 0800 - 762 68 52 >> www.atomausstieg-selber-machen.de |
Informationen zu Öko-Stromanbietern
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LichtBlick - die Zukunft der Energie GmbH & Co. KG Max-Brauer-Allee 44, 22765 Hamburg Tel.: 0180 - 2 660 660, Fax: 0180 - 2 660 661 Internet: www.lichtblick.de Greenpeace energy eG Schulterblatt 120, 20357 Hamburg Tel.: 040 - 808 110-330, Fax: 040 - 808 110-333 Internet: www.greenpeace-energy.de Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH Friedrichstraße 53/55, 79677 Schönau Tel. 07673 - 888 50, Fax: 07673 - 888 519 Internet: www.ews-schoenau.de Naturstrom AG Mindener Straße 12, 40227 Düsseldorf Tel. 0211 - 77 900-0, Fax: 0211-77 900-599 Internet: www.naturstrom.de |
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Wer genauer recherchieren will, kann über EcoTopTen Öko-Stromangebote vergleichen Das Forschungsprojekt EcoTopTen - mehr Überblick für Verbraucher - wird vom Öko-Institut e.V. herausgegeben. Es empfiehlt zehn bundesweit verfügbare Ökostromangebote, alphabetisch nach Anbieter gelistet. Alle Angebote sind Spitzenprodukte bei der Umweltbewertung: Sie erfüllen die ökologischen EcoTopTen-Mindestkriterien, die garantieren, dass die Stromproduktion in Europa tatsächlich ökologischer wird und neue umweltfreundliche Kraftwerke entstehen. Durch diese Mindestkriterien wird der Bau solcher Anlagen über die bereits bestehende staatliche Förderung und insbesondere über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hinaus unterstützt. Die Übersicht gibt Auskunft zu Stromquellen, Label, Grund- und Arbeitspreis, Beispielabrechnungen für 1 - 4 Personen-Haushalte und in der Spalte "Wer steht dahinter" sind die am Produkt beteiligten Unternehmen aufgeführt. Zum Vergleich ist eine Auswahl gängiger Stromangebote aufgelistet, die die Anforderungen von EcoTopTen nicht erfüllen. Weiter zu den >> EcoTopTen Öko-Stromanbietern |
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Das ok-power Label Im Mittelpunkt der Vergabekriterien des Gütesiegels ok-power steht die Garantie, dass die mit dem Gütesiegel ausgestatteten Produkte zu einem "zusätzlichen Umweltnutzen" führen. Ein "zusätzlicher Umweltnutzen" entsteht dann, wenn die Nachfrage nach einem Ökostromprodukt zu einer Ausweitung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien führt, die über die Strommenge hinausgeht, die aufgrund öffentlicher Fördermaßnahmen ohnehin erzeugt wird. Um einen zusätzlichen Umweltnutzen sicherzustellen, muss der Ökostromanbieter den Neubau von Kraftwerken auf der Basis erneuerbarer Energien oder effizienter gasbetriebener Kraft-Wärme-Kopplung nach quantifizierten Mindestbedingungen fördern. Weitere Informationen zum ok-power Label und zum Zertifizierungsablauf finden Sie auf der Internetseite von >> EnergieVision e.V. |



